Präsentation durch den Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur am 2. Dezember 2009
Die erste Etappe der großen Baumaßnahme des Landes Niedersachsen für sein Herzog Anton Ulrich-Museum ist erreicht. Das Erweiterungsgebäude, das auf drei Etagen insgesamt knapp 4.000 qm Fläche enthält, wurde jetzt fertig gestellt. Damit steht nun genügend Platz zur Verfügung für eine moderne Museumspädagogik, für Depots und Werkstätten, Bibliothek und Kupferstichkabinett, eine komfortable Cafeteria sowie für die Büros der Verwaltung. "Mit dem Erweiterungsbau des Herzog Anton Ulrich-Museums, den wir heute nach knapp anderhalbjähriger Bauzeit eröffnen können und mit der sich anschießenden Sanierung und Umgestaltung des Traditionsgebäudes werden die Voraussetzungen geschaffen, um die wertvollste Kunstsammlung des Landes Niedersachsen auch in Zukunft in einer Weise präsentieren zu können, die ih-rem hohen Rang angemessen ist. Das Land Niedersachsen hat für die Gesamtmaßnahme 26 Millionen Euro bereit gestellt. Der Museumsstandort Braunschweig erfährt damit die Aufwertung, mit der er in der Konkurrenz der Museen weiterhin an vorderer Stelle bestehen kann."Errichtet wurde der Erweiterungsbau nach dem in einem Wettbewerb ausgewählten Entwurf von Gerhard Lehmann/Lehmann Architekten Offenburg/Berlin, der ein zeitgemäßes, aber nicht zum parallelen Altgebäude in scharfem Kontrast stehendes Bauwerk schuf. Es erfüllt hervorragend die räumlich-funktionalen Anforderungen des Museums mit einer doppelten Anbindung an das Altgebäude und dem zum Park hin versenkten untersten Geschoss, das nur auf der Seite des Altgebäudes erkennbar wird.
Der Neubau lebt von den zurückhaltenden Kontrasten seiner Materialien: Glas, Aluminium in Anthrazit, Sandsteinsockel und einem äußeren leichten Pfeiler-Umgang in Weiß, der das gesamte Gebäude umschließt. Den Farbklang führt auch die Innenausstattung mit Böden, Wänden, Fußleisten und Treppen fort. So wie auf den näheren Blick der Sandsteinsockel außen einen Bezug zum Altge-bäude herstellt, spiegeln auch die Pfeiler des Umganges in ihrem Rhythmus die Achsen des Baues aus dem 19. Jahrhundert. Über eine Terrasse hinweg bleibt dieser vom Park her ebenso in unteren Geschossen sichtbar. In der Dunkelheit erfährt der Neubau durch eine akzentuierende Beleuchtung eine architektonische Betonung.Die nun fortzusetzende Baumaßnahme sieht nach dem kompletten Ausräumen des Altgebäudes dessen vollständige Renovierung vor. Sie umfasst die Erneuerung der Fenster und Türen, der Sicherungs- und Elektroleitungen und dient mit dem Bau einer Lüftungsanlage und neuem Innenputz der Verbesserung des Klimas. Wand- und Deckeneinbauten des 20. Jahrhunderts werden wieder ent-fernt, um rund 800 qm zusätzliche Ausstellungsfläche zu schaffen. Dann sind Sonderausstellungen auf bis zu 900 qm möglich. In Zukunft wird das Gebäude des 19. Jahrhunderts in seinen drei Hauptgeschossen also nur noch Ausstellungszwecken dienen. Die Einrichtungsplanung hierfür läuft bereits auf vollen Touren.